Miteinander und nicht gegeneinander Auf ein Wort zum Sport – Vereine, Sportler und Interessierte diskutieren mit Minister Boris Pistorius

Unter dem Motto „Auf ein Wort zum Sport“ hatte der Hildesheimer Landtagsabgeordnete Bernd Lynack (SPD) in die Vereinsgaststätte von Eintracht Hildesheim e. V. eingeladen. Im rappelvollen Saal hatten sie Gelegenheit dem Niedersächsischen Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, rund um den Sport auf den Zahn zu fühlen. Mit dem Vorsitzenden Clemens Löcke und seinem Stellvertreter Tobias Hartich präsentierte sich Eintracht Hildesheim als Gastgeber und fünftgrößter Sportverein in Niedersachsen.

Auf einen kurzen Impuls-Vortrag des Ministers zur gesellschaftlichen Rolle des Sports, begann der wirkliche „Auf ein Wort“-Teil der Veranstaltung. Auf den Tischen lagen Bierdeckel aus, auf denen die Gäste ihre konkreten Fragen notieren konnten. Zu Beginn dieser Runde witzelte Pistorius noch, ob sich denn ein ganzer Abend mit Fragen zum Sport füllen lassen könnte. Doch dies war, wie die Anwesenden bewiesen, problemlos möglich.

So kam es zu einem bunten Potpourri an Fragen: Nach der Förderung von Ehrenamt und der Übungsleiterpauschale, Online-Arbeit und Datenschutz bei Vereinen sowie der Förderung von Leistungs- und Breitensport. Hier machte Pistorius deutlich, dass gerade im Kontext von Mindestlohn und Minijob niemand, auch im Vereinsleben, gegeneinander ausgespielt werden sollte. Und auch, dass die Auswirkungen der neuen Datenschutzgrundverordnung für Vereine händelbar zu gestalten sind. Dazu berate der Landtag lt Auskunft des Ministers aktuell eine Initiative der Regierungsfraktionen, um Vereine nicht über Gebühr zu mit Bürokratie zusätzlich zu belasten.

Weitere Fragen drehten sich darum, wie es mit der Förderung vor Ort mit Bundes- und Landesmitteln aussieht, wie es um den E-Sport steht und auch ob die 3.-Sport-Stunde kommt oder ob der Sport in der Niedersachsen Verfassungsrang bekommen sollte. Pistorius kündigte an, dass sein Ministerium noch vor Weihnachten ein lange von Vereinen und Kommunen erwartetes Förderprogramm zur Sanierung und Investition in kommunale Sportstätten vorstellen werde. Pistorius: „Sie können dann alle über die Feiertage fleißig Förderanträge schreiben.“ „Dann freue dich schon mal auf deinen Briefkasten, der bis zum 2. Januar überquillt“ scherzte Lynack darauf, denn viele Vereine brennen auf die Veröffentlichung des im Koalitionsvertrag angekündigten Förderprogramms, wie der Austausch der Veranstaltung zeige.

Aber auch persönliche Fragen waren ausdrücklich erwünscht und wurden auch gestellt: Nach dem Werdegang und dem Arbeitsalltag des Sportministers oder wann er das letzte Mal das Sportabzeichen gemacht hätte. Während Pistorius die ersten beiden Fragen souverän beantworten konnte, musste er bei der dritten Frage ehrlich zugeben, dass dies so lange her sei, dass er sich nicht mehr daran erinnere.

Gastgeber Bernd Lynack zeigte sich nach der Veranstaltung sehr zufrieden. Sowohl mit der Resonanz als auch dem Austausch. „Gerade weil Sport und auch der organisierte Sport einen solch hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft einnimmt hat sich heute Abend wieder gezeigt, wie wichtig es ist, die einzelnen Akteure bei diesem Thema zu hören und auch zu vernetzen, um die gemeinsame Arbeit immer weiter zu verbessern.“